Juli 2004 / Eingänge ins Paradies

wettbewerb | Fünf interdisziplinäre Teams erarbeiteten am letzten Juli-Wochenende 2004 im Rahmen eines Studentenwettbewerbes Entwürfe für die Eingänge ins Jenaer Paradies. Aufgabe war es, die vorhandenen Zugänge in die Saale-Auen als erlebbare Eingänge zu inszenieren. Die neuen Eingangsportale sollten prägnante Marken entlang des Rohrstranges werden, zukünftige Orte mit Wiedererkennungswert entlang des Kontinuums Fernwärmetrasse.

ergebnisse | Entstanden sind fünf interessante Entwürfe mit sehr unterschiedlichem Ansatz. Zwei dritte Preise gingen an die Arbeiten „Impulse“ und „Oase“, die sich beide mit der Aufwertung des Umfeldes auseinandersetzen. Der Beitrag „Glühwürmchen“ erhielt einen zweiten Preis. Er bezieht sich auf das Thema Rohrleitung und Individuum. Eine Lichtinstallation entlang der „Adern“ reagiert mittels angebrachter Bewegungsmelder und bewirkt ein An- und Abschwellen von Licht. Ebenfalls ein zweiter Preis ging an den Entwurf „Wassertore“, der Pergolen und Wasserspiele als raumbildendes Element am „Eingang Paradiesbahnhof“ vorsieht.

favorit | Am meisten überzeugte die Jury das Konzept „Golden Gate“ der Architekturstudenten Martin Hakiel und Bernhard König. Durch das Aufnehmen von Sichtbeziehungen zu markanten Punkten der Stadt, wie dem Intershop-Tower und dem Jenzig, überwindet dieser Entwurf die Barrierewirkung der Infrastrukturtrassen und mildert dadurch die räumliche Isolierung der Saale-Auen von der Stadt. Spannende Raumfolgen leiten den Besucher durch einen hellen „Vorhof“ zum Jenaer Paradies. Der Bachlauf, der Bodenbelag aus ortstypischer Muschelkalk-Kiesschüttung und ein einzelner Paradies-Apfelbaum eingerahmt von vergoldeten Rohren, das sind die reduzierten Elemente, die diesen Raum prägen. Durch das „Goldene Tor“ gelangt der Besucher in das Jenaer Paradies.

empfehlungen | Die Jurymitglieder sprachen für die zukünftige Entwicklung folgende Empfehlungen aus:
+ Zugänge – die Gestaltung der Eingangssituationen ist ein wichtiges Element.
+ Wasser – Saale und Bachläufe sollen bei der zukünftigen Entwicklung berücksichtigt werden.
+ Rohre [Adern] – technische Infrastruktur als verbindendes Element zwischen Stadt und Saale-Auen.
+ Raum – durch Inwertsetzung der „Adern“ kann der umgebende Raum qualifiziert werden.
+ Bewegung – die Dynamik von Mensch, Wasser und Infrastruktur zeichnet den Raum aus und soll Beachtung finden